Der erste Kontakt zu meinem Mercedes W126

Ich wollte gar keinen W126 ! Das klingt als Einleitung zum Thema erster Kontakt ziemlich seltsam ! Schließlich gibt es eine ganze Webseite zum Thema eben dieses W126, eine Seite nur für den 420SE ! Aber so war’s wirklich. Auf der Suche nach einem schönen Youngtimer Mercedes war ich schon seit sehr vielen Jahren. Aber wie das Leben so spielt waren immer viele andere Dinger wichtiger. Beruf, Haus und meine zweite Leidenschaft: Reisen mit dem Wohnmobil. Als meine Pläne dann konkreter wurden, habe ich mich auf die Suche nach einem Mercedes W116 gemacht. Die Wunschvoraussetzungen waren die Gleichen, wie beim jetzigen W126. Es musste ein Fahrzeug mit Klimaanlage, Tempomat und wahlweise Leder – bzw. Veloursausstattung werden. Das Auto sollte fahren,  bremsen und mit einfachen Mitteln TÜV fähig gemacht werden können. Der Rest sollte dann in Eigenregie, bzw. mit der Hilfe meines Schulfreundes, der glücklicherweise den ehrbaren Beruf des Karosseriebauers erlernt hat, bewerkstelligt werden.

Es gab auch schon einen ganz heißen Kandidaten, einen Mercedes Benz 280 SE aus dem Baujahr 1978, Velours, Klima, Tempomat. Das Auto wurde schon längere Zeit von einem Händler in Ostwestfalen feilgeboten; Klima und Tempomat waren ohne Funktion und die Wange des Fahrersitz war an der klassischen Stelle durchgewetzt.

Aber es war der Winter 2012/2013. Weder hatte ich ausreichend Zeit  mal eben 400 Km hin und zurück zu fahren, um ein Autos anzusehen, dass zwar in das Beuteschema passt, jedoch im Prinzip auf einen Haufen an Reparaturen mitbringen würde.

Im Herbst des Jahres 2013 musste dann der Kollege Zufall Hand an die Sache anlegen. Eher beiläufig erwähnte ich bei einem Kunden, dass ich auf der Suche nach einer vernünftigen freien Werkstadt bin, die meinen S211 warten sollte. Speziell der Wechsel der Bremsflüssigkeit unter den Gegebenheiten der SBC Bremse bereitete mir Kopfzerbrechen – aber das ist ein anderes Thema ! Besagter Mitarbeiter gab dann den entscheidenden Hinweis auf eine KFZ Werkstadt im Nachbarort. Dort erwähnte ich dann meine Liebe zu den alten Mercedes Fahrzeugen und meine Absicht, mir einen solchen zulegen zu wollen. Der Meister sagte spontan er habe da was für mich. Er zeigte mir in der hinteren Ecke seines Hofes, in der zweiten Reihe einen recht heruntergekommen Mercedes W126. Ich trat an das Auto heran und sah: Klima, Automatik und Velours. Bis auf einen Brandfleck auf der Rücksitzbank sah das Interieur recht passabel aus. Bis hierher war ich noch angetan von der Überlegung, es auch mit einem W126 zu versuchen, doch was für eine Motorisierung steckte unter langen Motorhaube. Ich trat an den Kofferraumdeckel um das Typenschild zu lesen, war erschrocken welche Aussagekraft in dem Typenschild 420SDE steckte. Ich sah den Meister fragend, vielleicht sogar erschrocken bis vorwurfsvoll an und sagte nur: „ Ein V8 ?“ Darauf erwiderte dieser: „Kein Problem der hat eine Gasanlage“. Dieser Treibstoff ist mit nicht fremd, schließlich habe ich schon in zwei Mercedes Kombifahrzeugen Autos mit einer Flüssiggasanlage über viele Zehntausend Kilometer im Prinzip problemlos bewegt. Dass aber eine voll sequentielle BRC nicht mit einer Venturi Anlage zu vergleichen ist, war mir überhaupt nicht klar. Aber etwas anderes war geschehen. Das Virus W126 hatte mich ganz leise, charmant und unmerklich infiziert. In den Gedanken wurden die Schäden schnell als klein und einfach zu bewerkstelligen heruntergespielt. Jetz musste er nur noch Fahren  und Bremsen, dann wäre ja das gröbste Problem gelöst und der Preis von nur 2200,00 € war ja auch recht verlockend. Heute weis ich, das so ein Preis im Prinzip die Aussage enthält, dass es lohnender ist einen solchen W126 zu schlachten, anstatt ihn wieder herzurichten. Aber Blauaugen wissen das ja nicht. Und die einzelnen Beiträge in diesem Blog werden zeigen, was an Arbeit unf Geld in einen W126 fließen muss, bis er den Anspruch einer S Klasse würdig erfüllt.